Monthly Archive for November, 2008

Unterbarmen, je t´aime, Teil I

Das rechte Gebäude war die Werkkunstschule, damals noch mit blauer Fassade, heute heißt das wohl “Fachbereich Gestaltung”, was soll´s?
Wo einst das Wicküler-Pils gebraut wurde, ist jetzt der “Wicküler-Park”, ein Einkaufscenter ohne besondere Ausstrahlung (finde ich). Der Slogan der Brauerei war übrigens: “Schöne Städte Landeszier – Landestrunk: Wicküler-Bier!”. Klingt stark, doch wir tranken lieber Bremme, Tienes oder Dortmunder.

Ich machte mich dann per Kleinwagen weiter gen Osten auf den Weg und erreichte nach wenigen Minuten den (weltberühmten) Unterbarmer Bahnhof. Während meiner Schulzeit durften hier die glücklichen Fahrschüler rumhängen, bevor sie ihre Heimatorte ansteuerten. Sieht ganz so aus, als hätte sich daran nicht viel geändert.

In der Bahnhofshalle wurden noch Fahrkarten verkauft, gemalt wurde woanders.

Die Fußgängerbrücke, von der ich das nächste Foto geschossen habe, habe ich während meiner Schulzeit ca. 5000 Mal überquert. Also, wie lange bin ich zur Schule gegangen, wenn wir zwei Überquerungen an fünf Tagen die Woche und die üblichen Schulferien zugrunde legen?

Continue reading ‘Unterbarmen, je t´aime, Teil I’

Unterbarmen, je t´aime, Teil II

5.9.2007: Mein weiterer Weg durch die Unterwelt Unterbarmens führte mich in die Wittensteinstrasse zur ehemaligen Rudolf-Steiner-Schule, wo ich von 1953 bis 1965 volle zwölf Jahre abgesessen habe.

Doch auf dem Weg dorthin kam ich an einer Eckkneipe mit dem vielsagenden Namen Vertiko vorbei, wo auch zu meiner Schulzeit schon eine Kneipe war, deren Wirt Rolf Vierheller hieß und sich die geplagte Schülerseele bei einer Cola und einer Runde Flipper erholen konnte.

Ich erblicke gegenüber die alte Rosenapotheke, freue mich, dass es sie noch gibt und biege rechts ab in die Wittensteinstrasse, meinem alten Schulweg folgend. Sofort ist das flaue Gefühl in der Magengegend wieder da.

Ein neuer großzügiger Eingang stellt klar, hier ist die Christian-Morgenstern-Schule und ein Blick auf den Schulhof überzeugt mich, dass das nicht mehr meine alte Penne ist.

Es hat viele bauliche Veränderungen gegeben und der Schulhof wurde als wunderschöner Landschaftsgarten gestaltet. Der alte Zugang über die Nebenstrasse ist total zugewachsen, toll!

Einige Schüler und Lehrer sprechen mich freundlich-interessiert an, ich treffe Christian, mit dem ich lange in einer Klasse war, entspanne mich und schieße ein paar Fotos.

Dieser Ort ist mir trotz seiner Veränderungen sehr vertraut und überhaupt nicht konfliktbehaftet, ich vermute, mein Magengrimmen hatte eher mit dem damaligen Bodenpersonal zu tun.